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Leitfaden

Konzepte und Ideen zur Abfallvermeidung

Auszug aus einer Publikation des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV).

Auf einen Blick

Themenkategorie
Klimaziele und -strategien
Bundesland
Bundesweit
  • Abfall
  • Beschaffung
  • Circular Economy
  • Heizung

Beschreibung

Die vorliegende Broschüre „Wertschätzen statt Wegwerfen“ soll konkrete Ideen und Entscheidungshilfen bieten, wie Abfälle vermieden werden können. Sie will einen aktiven Dialog in der Gesellschaft zum Thema Abfallvermeidung stützen. An diesem Dialog können auch Sie teilnehmen: Wenn Sie sich für ein abfallvermeidendes Verhalten entscheiden, kommunizieren Sie es. Erklären Sie Ihrem Umfeld – Familie, Freunden, Kundinnen und Kunden, Beschäftigten, Gästen –, warum Sie etwas ändern. So können Sie auch andere motivieren, aktiv zu werden.

Stoffströme – konkrete Maßnahmen für weniger Abfall

Ob Privatpersonen, Unternehmen, Händler oder Kommunen – jeder dieser Akteure kann einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung leisten. Und zwar in fast allen Lebensbereichen: vom Bauen und Wohnen über Kleidung und Lebensmittel bis hin zum Waschen und Putzen.

Eine besondere Rolle spielt der Umgang mit Einwegprodukten, also Dingen, die nur ein einziges Mal benutzt und dann sofort wieder entsorgt werden. Weil diese Produkte nur einen geringen Wert haben, werden sie häufiger als andere achtlos weggeworfen und landen so in der Natur. Es gibt viele Stoffe und Produkte, bei denen die Abfallmenge durch ein bewussteres Einkaufs- und Konsumverhalten deutlich gesenkt werden könnte. Dazu gehören Verpackungen, Lebensmittel und Textilien. In anderen Bereichen, zum Beispiel bei Elektrogeräten, Batterien, Baustoffen oder Wasch- und Reinigungsmitteln, sind hingegen vor allem Händler und Unternehmen am Zug.

Hier finden Sie ganz konkrete Empfehlungen und Tipps, um überflüssige Abfälle zu vermeiden und damit einen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz zu leisten. Außerdem werden beispielhafte Initiativen und Projekte vorgestellt.

Einweggeschirr

Ob bei öffentlichen Veranstaltungen oder beim privaten Grillen im Park: Einweggeschirr und -becher sind beliebt. Das Problem: Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel gelangt Einweggeschirr häufig in die Umwelt, weil es von Besucherinnen und Besuchern achtlos weggeworfen wird. Außerdem gibt es beim Außer-Haus-Verzehr meist keine Mülltrennung. Stattdessen werden alle anfallenden Abfälle im Restmüll entsorgt und können nur noch energetisch verwertet, also verbrannt werden. Auf diese Weise werden eigentlich recyclingfähige Einwegprodukte nicht mehr in den Stoffkreislauf zurückgeführt und stellen im schlimmsten Fall eine Belastung für die Umwelt dar. Wiederverwendbares Geschirr ist hier die beste Alternative – auch wenn es einen gewissen Aufwand bedeutet. Wichtig ist dabei, Transportwege möglichst kurz zu halten und beim Abwasch sparsam mit Wasser und Spülmittel umzugehen. Vor allem sollten Mehrweggeschirr- und -becher möglichst häufig wiederverwendet werden. Im besten Fall sind sie am Ende ihres Lebens gut recycelbar.

Was kann ich als Konsumentin und Konsument tun?

  • Beim Grillen und anderen Außer-Haus-Veranstaltungen Mehrweggeschirr verwenden.
  • Entscheiden Sie sich auf Veranstaltungen oder im Restaurant für die Mehrwegoption – auch wenn die Einwegoption zur Verfügung steht.

Was kann ich als Wirtschaftsakteurin und Wirtschaftsakteur tun?

Hersteller, Unternehmen und Gastronomie

  • Ausbau des Mehrwegsortiments.
  • Nicht Einwegprodukte aus Plastik durch Einweg aus anderem Material ersetzen, sondern Mehrweglösungen anbieten.
  • Für Außer-Haus-Verzehr Mehrwegverpackungen anbieten.

Handel

  • Mehrweglösungen anbieten, statt Einwegprodukte aus Plastik durch Einweg aus anderem Material zu ersetzen.
  • Hinweis im Geschäft auf Mehrwegartikel statt Einweg und welchen Beitrag diese zur Abfallvermeidung durch Verzicht auf Einweg leisten.

Was kann ich als Kommune oder Bildungseinrichtung tun?

  • Mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen für Abfallvermeidung sensibilisieren: den Umstieg auf langlebige und wiederverwendbare Produkte bewerben.
  • Verbote für Einweggeschirr im öffentlichen Raum fördern die Nutzung von Mehrwegartikeln: Kommunen können damit auch Vorbild sein für weitere Akteure und die Einsatzmöglichkeiten von Mehrweg in der Praxis aufzeigen.
  • Mehrweglösungen bei Veranstaltungen anbieten.

Einweg-Getränkebecher (Coffee-to-go)

Die Lebensdauer eines Coffee-to-go-Bechers ist denkbar kurz: Nach durchschnittlich 10 bis 15 Minuten hat er seinen Dienst getan und landet im Müll. 2,8 Milliarden Einwegbecher für Heißgetränke werden in Deutschland jedes Jahr weggeworfen, das entspricht 34 Bechern pro Kopf und Jahr. 60 Prozent dieser Becher bestehen aus kunststoffbeschichtetem Papier, die restlichen 40 Prozent aus reinem Kunststoff. Zusätzlich fallen etwa 1,3 Milliarden Einweg- Kunststoffdeckel an. Allein die kunststoffbeschichteten Pappbecher, klassische Coffee-to-go-Becher, füllen rechnerisch etwa acht Millionen Stadt-Mülleimer pro Jahr. Werden die Becher achtlos weggeworfen oder fallen aus überquellenden Mülleimern, verschmutzen sie zudem die Umgebung.

Da auch die Papierbecher kunststoffbeschichtet sind, gelangen auf diese Weise Kunststoffe in die Natur. Und auch wenn die kunststoffbeschichteten Papierbecher in die Wertstoffsammlung kommen: Recycelt werden können sie nicht. Der Grund: Die Becher sind äußerst nässebeständig – ihre Fasern lösen sich im Papierrecycling nicht schnell genug auf. Das bedeutet, dass die Becher schließlich verbrannt werden. Mehrwegalternativen sind eine gute Möglichkeit, um Einweg-Getränkebecher zu vermeiden.

Was kann ich als Konsumentin und Konsument tun?

  • Mehrweggefäße (egal ob mitgebracht oder angeboten) nutzen, auch um unterwegs Kaffee oder andere Getränke zu genießen.

Was kann ich als Wirtschaftsakteurin und Wirtschaftsakteur tun?

Gastronomie

  • Beteiligung an Mehrweg- oder Poolsystemen, zum Beispiel DE-UZ 210 „Mehrwegbechersysteme“ des Blauen Engels; Informationen unter: www.blauer-engel.de 
  • Mehrwegbecher könnten als Regelbecher angeboten und Einwegbecher nur auf Nachfrage ausgegeben werden.
  • Kaffee und andere Heißgetränke aus Mehrwegbechern günstiger als aus Einwegbechern anbieten. 
  • Da gerade Deckel von To-go-Bechern einen hohen Anteil an der Umweltbelastung haben, ist es sinnvoll, Mehrwegbecher mit wiederverwendbarem Deckel anzubieten.
  • Branchenvereinbarung mit ökonomischen Anreizen schließen, zum Beispiel Aufschlag für Einwegbecher 20 Cent und für Einwegdeckel 10 Cent.

Einwegtüten

Einwegtüten und -beutel sind kurzlebig und werden oft nur ein Mal verwendet. Dabei lässt sich ihr Verbrauch mit einfachen Mitteln reduzieren: Wer schon vor dem Einkauf daran denkt, eine wiederverwendbare Tasche oder einen Korb mitzunehmen, muss im Supermarkt nicht zur Einwegvariante greifen. Weil Einwegtüten aus Papier einen höheren Ressourcenverbrauch haben, stellen sie aus Umweltsicht keine nachhaltige Alternative dar. Auch Tüten aus biologisch abbaubaren Kunststoffen sind keine gute Wahl. Denn die Umweltbelastungen bei der Herstellung dieser Materialien sind ähnlich hoch wie die von konventionellen Kunststoffen. Außerdem sind biologisch abbaubare Tüten in Deutschland aktuell nicht recycelbar und können nur der energetischen Verwertung zugeführt werden. Mit anderen Worten: Sie werden verbrannt.

Was kann ich als Konsumentin und Konsument tun?

  • Anstelle von Einwegtüten auf Mehrwegalternativen zurückgreifen
  • unabhängig von deren Material.
  • Gewisse Waren – wie Äpfel und Bananen – brauchen keine zusätzliche Tüte.
  • Eigene Tüte oder Schale von zu Hause mitbringen.

Was kann ich als Wirtschaftsakteurin und Wirtschaftsakteur tun?

Handel

  • Mehrwegsysteme einführen, zum Beispiel wiederverwendbare Netze als Ersatz für Henkeltüten oder Schalen für Beeren.
  • Hinweise auf die Ökobilanzen verschiedener Tragetaschen, auch Einweg-Papiertüten.
  • Klare Kommunikation an die Kunden, unter welchen Umständen Mehrwegboxen etwa für Käse und Wurst oder andere Produkte erlaubt sind.
  • Für das Mitbringen eigener Tüten, Schalen oder Boxen auf Plakaten im Laden werben.

Verpackungen

In Deutschland fielen im Jahr 2016 insgesamt 18,2 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an (Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung, 2018). Das sind 18 Prozent mehr als noch im Jahr 2000 – Tendenz weiter steigend. Eine der Ursachen dafür sind Veränderungen im Konsumverhalten: Beim Unterwegs- Verzehr fallen Serviceverpackungen an, viele Lebensmittel werden vorverpackt angeboten, Haushalte mit wenigen Personen verwenden kleinere Verpackungsgrößen, anstatt Großpackungen zu kaufen, und durch den zunehmenden Online-Handel sind mehr Versandverpackungen notwendig. Hinzu kommt: Verpackungen werden immer aufwendiger gestaltet. Dadurch steigen häufig auch der Materialeinsatz und damit die Abfallmeng.

Was kann ich als Konsumentin und Konsument tun?

  • Möglichkeiten zum verpackungsfreien Einkaufen nutzen, zum Beispiel in Unverpackt-Läden oder Supermärkten mit Unverpackt-Angebot; Stoffbeutel und wiederverwendbare Dosen und Netze mitnehmen.
  • Nutzung von Mehrweg-Getränkeverpackungen, speziell bei regionalen Anbietern.
  • Leitungswasser trinken, anstatt in Plastikflaschen gefülltes Wasser zu kaufen.
  • Regional einkaufen, da dann lange Transportwege entfallen und Lebensmittel nicht so aufwendig verpackt werden müssen.
  • Auf Snacks in Plastikverpackungen verzichten, zum Beispiel vorgeschnittenes Obst; stattdessen frisches und regionales Obst kaufen und zu Hause portionieren.
  • Nachfüllpackungen kaufen (zum Beispiel von Waschmitteln, Seife) und gezielt im Handel danach fragen.

Was kann ich als Wirtschaftsakteurin und Wirtschaftsakteur tun?

Handel

  • Für geeignete Produkte Unverpackt-Konzepte entwickeln und mit effizienten und umweltfreundlichen Mehrwegsystemen kombinieren.
  • Nachfüllpackungen für Produkte ins Angebot aufnehmen.
  • Mehrwegsysteme für Frischetheke, Obst- und Gemüsetheke und Trockenwaren.

Hersteller und Unternehmen

  • Verpackungen nach Ökodesign-Kriterien entwickeln und dabei Abfallvermeidung, Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz berücksichtigen.

Lebensmittel

Rund ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel wird weggeworfen. In Deutschland sind es jedes Jahr mehr als 12 Millionen Tonnen, die frühzeitig im Müll landen – obwohl viele der Lebensmittel noch genießbar sind. Würde es gelingen, den Anteil der weggeworfenen Lebensmittel zu reduzieren, hätte das positive Auswirkungen auf die Umwelt: Denn auf diese Weise könnte der mit der Produktion verbundene Flächen- und Energieverbrauch verringert werden. Weniger Lebensmittelabfälle bedeuten auch einen geringeren Ausstoß von Treibhausgasemissionen. Damit spielt die Reduktion von Lebensmittelabfällen auch eine wichtige Rolle, um die weltweiten Klimaschutzziele von Paris zu erreichen.

Was kann ich als Konsumentin und Konsument tun?

  • Für einen kleinen Einkauf möglichst nur einen Einkaufskorb statt eines Einkaufswagens verwenden. So wird in der Regel weniger gekauft.
  • Online-Plattformen wie www.resterechner.de nutzen. Hier können Haushalte den Wert der von ihnen weggeworfenen Lebensmittel bestimmen.
  • Einkaufslisten und Haushaltsbücher verschaffen Überblick über Ausgaben, tatsächlich gebrauchte Lebensmittel und die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln.

Was kann ich als Wirtschaftsakteurin und Wirtschaftsakteur tun?

Handel

  • Geschäfte mit täglich frischer Ware wie Bäckereien können zum Beispiel kurz vor Ladenschluss die übrig gebliebenen Backwaren vergünstigt anbieten und dies auch bewerben. 
  • Kooperationen mit den Tafeln und anderen sozialen Einrichtungen schließen; überschüssige Lebensmittel spenden.
  • Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, oder Obst/Gemüse mit Druckstellen stark vergünstigt oder umsonst anbieten.

Gastronomie

  • Restaurants, Caterer, Lebensmittelhändler etc. können überschüssige Lebensmittel an Tafeln spenden. Anbieter mit täglich frischer Ware, etwa Bäckereien, können Übriggebliebenes kurz vor Ladenschluss zu einem günstigeren Preis anbieten.
  • Restaurants und Kantinen sollten beobachten, welche Speisen mehr Rücklauf haben, und diese kleiner portionieren oder Speisen grundsätzlich in zwei Größen anbieten.
  • Bei Buffets kleine Teller bereitstellen. 

Elektrogeräte

Elektrogeräte sind aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. 2016 gingen in Deutschland fast zwei Millionen neue Elektro- und Elektronikgeräte über die Ladentheke – so viele wie noch nie zuvor. Dabei enthalten diese Geräte eine Vielzahl kritischer Materialien: neben wertvollen und teils seltenen Rohstoffen wie Kupfer, Aluminium, Kunststoffen, Gold oder Neodym auch gesundheits- oder umweltgefährdende Stoffe wie Quecksilber, Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) oder polybromierte Flammschutzmittel. Das macht eine umweltverträgliche Entsorgung und die Wiederverwendung von Geräten umso wichtiger.

Was kann ich als Konsumentin und Konsument tun?

  • Prüfen, ob ein defektes Gerät repariert werden kann, bevor ein neues Produkt angeschafft wird.
  • Prüfen, ob der Kauf eines gebrauchten oder wiederaufbereiteten Produkts eine Alternative für eine Neuanschaffung darstellt.
  • Elektronikgeräte mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ kaufen.
  • Noch gebrauchsfähige Produkte an Re-Use-Einrichtungen weitergeben, verschenken oder weiterverkaufen.

Was kann ich als Wirtschaftsakteurin und Wirtschaftsakteur tun?

Hersteller

  • Reparierbarkeit beim Produktdesign stärker berücksichtigen.
  • Modulare Bauweise, keine verklebten Akkus. 
  • Lebensdauer, Reparierbarkeit und Upgrade-Möglichkeiten möglichst transparent kommunizieren.
  • Auf Stoffe mit möglichen negativen Effekten für Umwelt und Gesundheit verzichten.

Handel

  • Im Geschäft: Informationen für den Kunden bereitstellen, beispielsweise ob und wie das Produkt repariert werden kann und ob es Herstellergarantien gibt.

Was kann ich als Kommune oder Bildungseinrichtung tun?

  • Lokale Wiederverwendungs- und Reparatureinrichtungen unterstützen.
  • Regionale Netzwerke fördern, zum Beispiel bei gemeinsamen Qualitätsstandards.
  • Wiederverwendungseinrichtungen durch öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger aufbauen.

Akkus und Batterien

Sie versorgen Smartphones und Notebooks mit Energie, bringen E-Autos zum Fahren oder Taschenlampen zum Leuchten: Akkus und Batterien sind fester Bestandteil unseres Alltags. Doch ihre Herstellung ist ein umweltbelastender, stark ressourcenverbrauchender und energieintensiver Prozess. In einer Batterie finden sich wertvolle und mitunter sogar kritische Rohstoffe wie Kobalt, Mangan, sogenannte Seltene Erden, Gold, Silber, Nickel, Kupfer, Aluminium, Lithium, Zink sowie Eisen / Stahl. Hinzu kommen besonders gesundheits- oder umweltgefährdende Stoffe wie Quecksilber, Cadmium und Blei. Nicht wiederaufladbare Batterien, sogenannte Primärbatterien, stellen in Standardgrößen nur relativ wenig Energie zur Verfügung. Außerdem geben sie die enthaltene Energie oft nicht vollständig ab. Damit werden sie schon nach kurzer Zeit zu einem Fall für den Müll. Akkus dagegen lassen sich mehrmals wieder aufladen. Im Vergleich zur Primärbatterie ist ein Akku schon ab wenigen Ladezyklen die umweltschonendere Lösung.

Was kann ich als Konsumentin und Konsument tun?

  • Prüfen, ob batteriebetriebene Produkte auch mit Akkus betrieben werden können.
  • Akkus statt Batterien nutzen, da diese mehrere Ladezyklen durchlaufen können und somit weniger Rohstoffe verbraucht werden.
  • Die Lebensdauer von Akkus lässt sich verlängern, indem sie nicht dauergeladen, überladen oder vollständig entladen werden. Akkus sollten aufgeladen werden, wenn sie noch nicht vollständig entladen sind. Außerdem sollten sie bei einer Temperatur zwischen 10 und 25 Grad gelagert werden; niedrigere oder höhere Temperaturen könnten die Lebensdauer der Akkus verkürzen.

Was kann ich als Wirtschaftsakteurin und Wirtschaftsakteur tun?

  • Fokus auf wiederaufladbare Batterien, die sich unter anderem durch eine hohe Anzahl von Ladezyklen auszeichnen.
  • Traktionsbatterien aus Fahrzeugen (zum Beispiel Elektro- und Hybridautos, E-Busse) sind am Ende ihrer Lebensdauer in der Regel für einen zweiten Lebensweg geeignet, zum Beispiel als stationäre Energiespeicher für erneuerbare Energien. Eine Wiederverwendung lässt sich durch einfache Maßnahmen erreichen und verlängert die Lebensdauer der Batterien um 10 bis 15 Jahre.
  • Akkus sollten austauschbar sein, um die Produkte möglichst lange nutzen zu können.

Textilien

Mode ist „in“: Zwischen 2000 und 2014 hat sich die Anzahl der weltweit produzierten Kleidungsstücke verdoppelt. In Deutschland liegt die Menge der zur Verwertung erfassten Alttextilien bei rund 1,01 Millionen Tonnen jährlich. Die Produktion von Textilien ist mit starken Belastungen für die Umwelt verbunden. So gehört die Textilveredelung beispielsweise zu den Branchen mit dem höchsten Abwasseraufkommen. Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang die sogenannte „Fast Fashion“, bei der bis zu 24 Kollektionswechsel pro Jahr stattfinden. Schnelllebige Modetrends führen zur Massenproduktion von Textilien, die nach kurzer Lebensdauer zu Abfall werden. Außerdem verschlechtert sich zunehmend die Qualität der Produkte und damit die Verwertbarkeit.

Was kann ich als Konsumentin und Konsument tun?

  • Kleidung möglichst lange tragen.
  • Das eigene Handeln kritisch hinterfragen: Brauche ich wirklich etwas Neues, muss ich jedem Trend folgen?
  • Oder: Kann ich selbst oder ein Schneider die Kleidung wieder so anpassen oder reparieren, dass ich sie noch tragen kann?
  • Beim Kauf auf glaubwürdige Textilsiegel achten. Ein Portal der Bundesregierung gibt einen Überblick im „Label-Dschungel“: www.siegelklarheit.de
  • Fast Fashion meiden; besser seltener neue Kleidung kaufen und dafür höherwertige Artikel wählen, die länger getragen werden können.
  • Textilien tauschen oder auf Flohmärkten, über Secondhand-Läden oder über Online-Portale verkaufen, anstatt sie wegzuwerfen.

Was kann ich als Wirtschaftsakteurin und Wirtschaftsakteur tun?

  • Leihtextilien fördern.
  • Tauschbörsen fördern.
  • Eigene Änderungsschneiderei im Ladenlokal einrichten, die Ausbesserungen und Anpassungen vornehmen kann.
  • Förderung von Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Produktion im Textilbündnis: Das Textilbündnis ist eine Multistakeholder-Initiative, weswegen hier nicht nur Einzelhandelsunternehmen angesprochen sind, sondern auch weitere Zielgruppen, wie Institutionen und die öffentliche Hand.

Was kann ich als Kommune tun?

  • Reparaturwerkstätten/Änderungsschneidereien fördern.
  • Kleiderkreisel, Flohmärkte etc. fördern.

Wasch- und Reinigungsmittel

Wasch- und Reinigungsmittel können Inhaltsstoffe – wie etwa Tenside – enthalten, die für Wasserorganismen giftig sind. Manche Inhaltsstoffe sind zudem schwer abbaubar und reichern sich in Gewässern und Sedimenten an. Gelangen Phosphor und Salze aus Wasch- und Reinigungsmitteln in Gewässer, tragen sie zu deren Versalzung und Eutrophierung bei. Bei der Eutrophierung wird ein eigentlich nährstoffarmes Gewässer mit unerwünschten Nährstoffen angereichert. Algen und Wasserpflanzen können dann übermäßig wachsen und anderen Pflanzenarten, Kleinlebewesen und Tieren die Lebensgrundlage entziehen.

Was kann ich als Konsumentin und Konsument tun?

  • Waschbare Putz- und Spüllappen verwenden statt Küchenrolle (Küchenkrepp) oder Einwegreinigungstücher.
  • Richtig dosieren; Anleitung aufmerksam lesen, bei Bedarf online oder über Verbände Rat holen.
  • Wenn möglich keine chemischen Reinigungsmittel verwenden; vieles lässt sich beispielsweise auch mit Essig, Zitronensäure oder anderen natürlichen Produkten reinigen.
  • Auf Produkte mit dem Blauen Engel oder dem EU Ecolabel achten.
  • Beim Einkauf auf Produkte mit Gefahrenpiktogrammen verzichten.
  • Produkte vermeiden, die Mikroplastik enthalten. Dies können zum Beispiel Zahncremes, Shampoos und Kosmetika sein. 

Was kann ich als Wirtschaftsakteurin und Wirtschaftsakteur tun?

Hersteller

  • Nur Produkte auf den Markt bringen, die entscheidend für Waschwirkung und Waschergebnis sind (keine Duftperlen, Wäscheparfüms und so weiter).

Handel

  • Im Geschäft Produkte mit dem Blauen Engel listen, alternativ EU Ecolabel, und über die Labels und Produkte informieren.
  • Nachfüllpackungen für Flüssigwaschmittel, Seifen und Reiniger zur Verfügung stellen.

Baustoffe

Der Bausektor gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren Deutschlands. Sein Materialbedarf wächst stetig. Beim Bau und Abbruch von Gebäuden entstehen außerdem große Mengen an Abfall: 2017 waren es laut bundesweiter Abfallbilanz in Deutschland 220,3 Millionen Tonnen – mehr als 50 Prozent der Gesamtabfallmenge im selben Jahr. Eine besondere Herausforderung: Durch die lange Lebensdauer von Gebäuden fallen darin enthaltene und bereits verbotene Schadstoffe erst Jahrzehnte später als Abfälle an.

Was kann ich als Konsumentin und Konsument tun?

  • Beim Hausbau auf eine Baukonstruktion achten, die den Kreislaufgedanken unterstützt, und möglichst umweltfreundliche Baustoffe einsetzen.
  • Beim zuständigen Bauunternehmen nach einer Dokumentation der Baustoff- oder Bauelementeverwendung (Gebäudepass) fragen.
  • Bei Hausbau und Renovierung das Architekturbüro oder das Bauunternehmen speziell auf die Wiederverwendung von zum Beispiel Türen und Fenstern ansprechen.

Was kann ich als Wirtschaftsakteurin und Wirtschaftsakteur tun?

  • Bei bauausführenden Unternehmen zu empfehlen:
  • Einsatz von Recycling-Baustoffen anstelle von Primärbaustoffen.
  • Einsatz von Bauprodukten, Farben und Lacken mit dem Blauen Engel.
  • Kreislaufgerechte Baukonstruktion und Baustoffauswahl.
  • Minimierung des Schadstoffeintrags in Bauwerke.
  • Dokumentation des Baustoffeinsatzes.
  • Nutzung von Baustoff(abfall)- und Bauteilebörsen.
  • Getrennthaltung schadstoffhaltiger Bauabfälle.
  • Getrennte Bauabfallerfassung nach Stoffgruppen auf Baustelle.

Bei Abbruchunternehmen zu empfehlen:

  • Selektiver Rückbau von schadstoffbelasteten Bauwerken.

Bei Baustoff-/Bauprodukteherstellern zu empfehlen:

  • Einsatz von Bauabfällen oder RC-Baustoffen bei der Produktion.
  • Behandlungsdatenblätter, Material- und Schadstoffkennzeichnung.
  • Angebot von Rücknahmesystemen (zum Beispiel Rewindo).

Den Leitfaden des BMUVs finden Sie hier.

Quellenangabe

Partner

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUB)

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Datum

Zuletzt geändert am 08. April 2024

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