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Ressourcen sparen

Ein effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen und das Wirtschaften in Kreisläufen wird eine betriebliche Schlüsselkompetenz. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und zugleich den Ressourceneinsatz zu senken und die daraus entstehenden Umweltbelastungen zu verringern. Dazu erfahren Sie hier mehr.

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Ressourcen sparen: Der Umriss eines Hauses auf blauem Grund. Im inneren des Umrisses ist ein Energieeffizienzlabel zu sehen.

Natürliche Ressourcen sind die materielle, energetische und räumliche Grundlage unseres Lebensstandards. Wir nutzen Wasser, Boden, Luft, die biologische Vielfalt, Flächen und die strömenden Ressourcen wie Wind, Solarenergie oder Gezeitenströme als Energiequelle und Rohstoffe und als Lebensraum und zur Erholung. Aber auch als Senke für Emissionen und zur Aufnahme unserer Abfälle sowie als wichtigen Produktionsfaktor der Land- und Forstwirtschaft brauchen wir diese natürlichen Ressourcen.

Dabei ist die Inanspruchnahme von Ressourcen über die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet immer mit Belastungen für die Umwelt verbunden. Außerdem können knapper werdende Ressourcen und schwankende Rohstoffpreise zu starken wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen führen. Ressourcennutzung hat somit nicht unerhebliche Folgen. Umso wichtiger ist eine schonende und effiziente Ressourcennutzung und die Umstellung auf eine zirkuläre Wirtschaft.

Auf einen Blick: Ihre Vorteile

Wettbewerbsvorteile

Ein umweltschonender Umgang ist wichtig, da unsere Ressourcen nicht unendlich verfügbar sind. Ressourceneffizienz ist ein attraktives und probates Mittel, die wirtschaftliche Situation und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens nachhaltig zu stärken. Strategien und Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz können produkt- oder prozessbezogen sein und beeinflussen damit verschiedene Teilbereiche im Unternehmen, wie die Produktentwicklung, Fabrikplanung oder die Produktion. Auch Maßnahmen, die das Umfeld der Produktion betreffen, beispielsweise die Beschaffung, die Verbesserung der betrieblichen Logistik oder die Produktionsinfrastruktur, gehören dazu. Auch wenn in manchen Fällen umfangreiche Investitionen getätigt werden müssen, amortisieren sich diese rasch.

Kosten sparen

Ressourceneffizienz setzt beim größten Kostenblock des verarbeitenden Gewerbes an: Etwa 43 Prozent der Kosten entfallen laut Statistischem Bundesamt jährlich auf die betrieblichen Ausgaben für den Material- und Energieverbrauch. Die Umweltwirkung von Produktion und Dienstleistungen zu senken ist – neben den betriebs- und volkswirtschaftlichen Vorteilen – der entscheidende Grund, wieso die Ressourceneffizienz gesteigert werden muss.

Gute Umweltbilanz

Eine gute Umweltbilanz zahlt sich für jedes Unternehmen gut aus. Die Bundesregierung hat sich im Deutschen Ressourceneffizienzprogramm II (ProgRess II) von 2016 das Ziel gesetzt, die Gesamtrohstoffproduktivität weiterhin zu steigern, und das Ziel in der Neuauflage der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie von 2016 bekräftigt. Die Bundesregierung zielt auf eine weitgehende Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Ressourceneinsatz sowie auf die Senkung der damit verbundenen Umweltbelastungen, auf die Stärkung der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und auf die Förderung stabiler Beschäftigung ab.

Gute Außenwirkung

Eine gute Ressourcenbilanz wirkt sich gut aufs Image aus - innen wie außen. Unternehmen, die eine Antwort auf die gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit finden, werten ihr Image auf und können ihre Marke positiv beeinflussen. Zwar gibt es noch kein Siegel, das Ressourceneffizienz deutlich kennzeichnet, doch die Verbraucher:innen achten verstärkt auf nachhaltige Produkte und Ressourceneinsparungen. Auch die Mitarbeiter:innen vor Ort zeigen ein verstärktes Interesse an einem Arbeitgeber, der oder die darauf achtet, Ressourcen sparsam einzusetzen - in Zeiten von knappen Fachkräften kann sich eine nachhaltige Produktionsweise also doppelt auszahlen.

Unterstützung der Lieferkette

Ressourcen zu sparen unterstützt auch die lokalen und regionalen Lieferketten und verringert so Abhängigkeiten von externen Lieferanten. Die Corona-Krise hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark die Lieferketten beeinträchtigt werden können, sobald es an einer Stelle zu Engpässen kommt. Dies lässt sich durch lokale und regionale Zulieferer eher umgehen. Zudem verlangen Verbraucher:innen immer häufiger lokal und nachhaltig produzierte Güter - Unternehmen, die diese Wünsche berücksichtigen, genießen meist Wettbewerbsvorteile.

Folgeschäden des Klimawandels mindern

Energiesparen und Materialeinsparungen in der Produktion und beim Transport mindern den Ausstoß von Treibhausgasen und den Verbrauch von Ressourcen. Das wiederum schont das Klima. Damit ist Ressourceneffizienz aktiver Klimaschutz und ein wichtiger Baustein des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung. Allein bei rohstoffintensiven Produktionsprozessen in der Industrie könnten in Deutschland pro Jahr rund 80 Millionen Tonnen Material eingespart werden. Die Rohstoffproduktivität könnte um fünf bis sechs Prozentpunkte gesteigert werden. Weiterhin ließen sich der Energieverbrauch um etwa 75 Terawattstunden und die Treibhausgasemissionen um etwa 60 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalente pro Jahr reduzieren.

Definition: Ressourceneffizienz

Die Leitidee, den Verbrauch von endlichen, natürlichen Ressourcen vom Wirtschaftswachstum und Konsum zu entkoppeln, bringt also viele Gewinner hervor: wettbewerbsfähige Unternehmen, zufriedene Arbeitnehmer, einen attraktiven Standort Deutschland und die Schonung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten. Aber wie definieren wir Ressourceneffizienz genau und wie sparen wir konkret Ressourcen ein? 

Weniger

I. Ressourceneffizienz

Das BMUV definiert Ressourceneffizienz wie folgt: „Effizienz beschreibt das Verhältnis von Mitteleinsatz zum erzielten Ergebnis oder Nutzen; je geringer der notwendige Mitteleinsatz ist, umso höher ist die Effizienz. Bei der Ressourceneffizienz liegt der Fokus auf dem Einsatz natürlicher Ressourcen in der wirtschaftlichen Produktion. Dazu zählen Wasser, Boden und Luft, Fläche, biotische und abiotische Rohstoffe, Ökosysteme mit der Vielfalt der in ihnen lebenden Organismen sowie Energie aus Sonne, Wind, Erdwärme oder Gezeitenströmungen. Je weniger natürliche Ressourcen in der Herstellung von Produkten für den wirtschaftlichen Erfolg eingesetzt werden, desto besser für die Umwelt.“

Die Entnahme und Nutzung von Ressourcen haben einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt und auf den Menschen. So hat sich die Bundesregierung mit der „Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“ dazu verpflichtet, Ressourcen zu schonen. Um das zu erreichen, muss entweder der Ressourceneinsatz für einen Nutzen geringer werden, zum Beispiel durch Einsparung von Rohstoffen in der Fertigung. Oder der Nutzen einer Ressource muss gesteigert werden, zum Beispiel durch Trennung und Rückführung der Materialien in den Kreislauf.

II. Ressourcen einsparen

Um den Material- und Energiebedarf zu verringern, gibt es unterschiedliche Ansätze: beim Produktdesign, durch zielgerichtete Maßnahmen in der Produktion oder durch Wiederverwertung. Auch durch Digitalisierung und die Verwendung von künstlicher Intelligenz können Material, Energie und Wasser effizienter eingesetzt und Treibhausgasemissionen reduziert werden. Die Praxis zeigt, dass sich Umdenken zweifach lohnt: Der geringere Verbrauch von Material und Energie senkt die Kosten und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Tools zur Ressourcenminderung

Hier stellen wir Ihnen einzelne Maßnahmen und Tools vor, um Ressourcen zu sparen:

Weniger
  • Werkstoffauswahl/ Materialsubstitution
  • Leichtbauweise
  • Miniaturisierung
  • Fertigungsgerechte/ Nutzungsgerechte Produktgestaltung
  • Verlängerung der Produktnutzdauer/Reparierbarkeit
  • Mitarbeiterqualifikation
  • Ressourceneffiziente Verpackung
  • Minimierung des Bearbeitungsvolumens
  • Materialsubstitution von Hilfs-/Betriebsstoffen
  • Verminderung von geplantem Verlust/ von Verlust durch Nacharbeit/ von geplantem Ausschuss
  • Prozessbezogene Kreislaufführung
  • Kaskadennutzung von Hilfs-/Betriebsstoffen

Gute Beispiele

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