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CO2-Bilanzierung

Mit einer Emissionsbilanz wissen Unternehmen, wo beim betrieblichen Klimschutz Handlungsbedarf besteht. Wir zeigen Ihnen, auf welche Aspekte es dabei ankommt.

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Eine eckige Sprechblase auf grünem Grund. In der Sprechblase sind zwei Füße ausgeschnitten, die einen CO2-Fußabdruck symbolisieren.

Zur Erreichung der Klimaschutzziele spielt die Wirtschaft die zentrale Rolle. Nicht nur entfällt der größte Teil des Energie- und Stromverbrauchs auf Industrie und Gewerbe, die Industrie allein steht für fast die Hälfte (45 %) des Stromverbrauchs in Deutschland (Umweltbundesamt, 21). Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen wirken sich in der Nutzung direkt auf die Emissionen der Verbraucher aus. 

Die CO2-Bilanzierung dient der strukturierten Erfassung und Überwachung von Treibhausgasemissionen. Die durch die Aktivitäten von Unternehmen oder Organisationen verursachten klimarelevanten Treibhausgase werden hierbei quantifiziert und in einem CO2-Abdruck (Carbon Footprint) für das Unternehmen, für ein Produkt oder ein Projekt zusammengefasst. 
 

Auf einen Blick: Ihre Vorteile

Sichtbarmachung

Die CO2-Bilanz zeigt Ansatzpunkte für Maßnahmen des betrieblichen Klimaschutzes auf.

Überblick

Die Treibhausgasbilanz gibt Ihnen einen Überblick über die Emissionen Ihres Unternehmens und seiner Bestandteile.

Transparenz

Die Emissionsbilanz gibt Ihnen Aufschluss darüber, wo in Ihrer Wertschöpfungskette Emissionen entstehen. Dadurch entstehen Ansatzpunkte für Reduktionsmaßnahmen

Optimierung

Durch einen umfassenden Einblick in die Emissionen Ihres Unternehmens haben Sie die Möglichkeit, Prozessabläufe zu optimieren.

Kosten sparen

Die Emissionsbilanz macht Bilanzrisiken sichtbar, die in der Nutzung fossiler Energieträger liegen. Dadurch lassen sich Potentiale zur Kosteneinsparung heben.

Klimaneutralität

Unternehmen, die sich auf den Weg in Richtung Klimaneutralität machen wollen, müssen wissen, wo sie stehen. Für sie ist eine Klimabilanz unerlässlich.

Verantwortung und Engagement

Klimaschutz geht alle an. Durch das Führen einer CO2-Bilanz zeigt Ihr Unternehmen sein Engagement und stellt unter Beweis, dass es seiner Verantwortung gerecht werden möchte.

Arten von Carbon Footprints

Der unternehmerische CO2-Fußabdruck kann auf verschiedenen Ebenen erfasst werden:

Corporate Carbon Footprint

Der Corporate Carbon Footprint umfasst möglichst vollständig alle durch Unternehmensprozesse hervorgerufenen Emissionen. Das heißt neben den direkten Emissionen im Betrieb auch die indirekten Emissionen, z.B. aus Lieferkette, Geschäftsreisen und Logistik.

Product Carbon Footprint

Ein Product Footprint basiert auf der Ökobilanzmethodik und misst die Klimaauswirkungen eines Produktes. Mithilfe eines Produkt-Fußabdrucks ist es möglich, die wesentlichen Emissionsquellen Ihres Produktes zu identifizieren, Lieferanten und Kunden einzubinden und über die Umweltwirkung Ihres Produkts zu kommunizieren.

Project Carbon Footprint

Mit dem Project Carbon Footprint können Sie die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen bewerten. Dazu erfassen Sie die Treibhausgasemissionen z.B. einer Anlage vor und nach Umsetzung einer Effizienz- oder Klimaschutzmaßnahme.

Anerkannte Standards der CO2-Bilanzierung für Unternehmen

Für die Bilanzierung von Treibhausgasen sind verschiedene Standards bzw. Normen entwickelt worden.  Die Standards regeln, welche Treibhausgasemissionen zu erfassen, wie Bilanzgrenzen zu ziehen und welche Daten dafür erforderlich sind. Die wichtigsten für die CO2-Bilanzierung auf Unternehmensebene sind:

Greenhouse Gas Protocol

Das Greenhouse Gas (GHG) Protocol umfasst eine Reihe von Standards zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen. Wichtigster Standard des GHG Protocol ist der Corporate Standard, der derzeit weltweit am weitest verbreitete Standard zur CO2-Bilanzierung und -Berichterstattung von Unternehmen. Das GHG Protocol bietet auch einen Standard für Projekte, eine Richtlinie zum Umgang mit Scope-3-Emissionen und eine Richtlinie zur Erfassung der Lebenszyklusemissionen von Produkten an. Es eignet sich auch für Organisationen, die ihre Bilanzierung zum ersten Mal erstellen wollen und dazu keine spezifischen Vorkenntnisse haben. Das GHG Protocol steht kostenlos über das Internet zur Verfügung.

ISO 14064-1

ISO 14064-1 ist die grundlegende ISO-Norm zur Bilanzierung der Treibhausgasemissionen. Sie bietet Vorgaben und Anleitungen zur quantitativen Bestimmung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen auf Unternehmensebene. Die Zertifizierung nach ISO14064-1 ist kostenpflichtig. 

Die Erfassung erfolgt bei allen Standards in Form von CO2-Äquivalenten (CO2e). CO2-Äquivalente sind eine Maßeinheit, die Treibhausgase vergleichbar macht, indem sie diese in die äquivalente Menge von CO2 umrechnet. Methan beispielsweise hat eine 28 Mal so starke Treibhauswirkung wie Kohlendioxid.

Über die genannten Normen hinaus gibt es weitere Standards, die die Umsetzung des betrieblichen Klimaschutzes unterstützen.

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ISO 14064-2

Dabei handelt es sich um einen Leitfaden zur Qualifizierung, Überwachung und Erfassung die Aktivitäten zur Verringerung oder Verbesserung der Entfernung von Treibhausgasemissionen (GHG) auf Projektebene. Die Umsetzung der Norm ist kostenpflichtig.

ISO 14064-3

Bei dieser kostenpflichtigen Norm handelt es sich um eine Spezifikation mit Anleitung zur Validierung und Verifizierung von Erklärungen über Treibhausgase.

ISO 14067

Dir Norm definiert die Grundsätze, Anforderungen und Richtlinien für die Quantifizierung des CO2-Fußabdrucks von Produkten. Ziel der Norm ist die Quantifizierung von Treibhausgasemissionen, die mit den Lebenszyklusstadien eines Produkts verbunden sind. ISO 14067 ist derzeit der häufigste Standard für die Erstellung des Product-Carbon-Footprint. Die Normanwendung ist kostenpflichtig. 

ISO 14065 und ISO 14066

Bei diesen beiden Normen handelt es sich um Kompetenzanforderungen an Validierungsteams und Verifizierungsteams. Die Nutzung ist kostenpflichtig.

ISO 14068

Bislang liegt noch keine allgemein anerkannte Definition von CO2-Neutralität vor. Diese Lücke möchte die in Entwicklung befindliche ISO-14068-Norm schließen. Sie soll künftig eine klare Definition von CO2-Neutralität bieten und damit Vergleichbarkeit ermöglichen.

ISO 14040

Diese Norm adressiert quantitative Bewertungsmethoden zur Bewertung der Umweltaspekte eines Produkts oder einer Dienstleistung in ihren gesamten Lebenszyklusphasen. ISO 14040 ist ein übergreifender Standard, der alle vier Phasen der Ökobilanz umfasst. Der Zertifizierungsprozess ist kostenpflichtig.

PAS 2050

Diese Norm mit einem kostenpflichtigen Zertifizierungsprozess spezifiziert zur Bestimmung der CO2-Bilanz eines Produkts oder einer einzelnen Dienstleistung.

Emissionskategorien – SCOPES

Die Treibhausgasemissionen werden vom GHG-Protokoll in drei Kategorien unterteilt:

SCOPE 1 – Direkte Emissionen

  • aus den Aktivitäten einer Organisation
  • umfasst alle Emissionen, die direkt aus den Unternehmensaktivitäten resultieren, häufig durch Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Gas, Öl und Kohle.

SCOPE 2 – Indirekte Emissionen

  • aus eingekauften Energien
  • Umfasst die Emissionen aus Strom, Wärme und Dampf, die Unternehmen oder Organisationen bei Versorgern einkaufen. Das heißt, die Emissionen entstehen bei der Energieerzeugung und werden schließlich von der Organisation genutzt.

SCOPE 3 - Indirekte Emissionen

  • in der Wertschöpfungskette
  • Im Scope-3 werden vor- und nachgelagerte Emissionen erfasst, die vom Unternehmen nicht direkt gesteuert werden können. Dazu gehören beispielsweise Emissionen aus dem Pendeln von Mitarbeitern, aus Geschäftsreisen, dem Transport, der Abfallentsorgung, aus Investitionen etc. Nach dem GHG Protokoll sind im Scope-3 insgesamt 15 Unterkategorien unterschiedlicher Emissionsarten vorgegeben. Die Bilanzierung der Scope-3 Emissionen ist für viele Unternehmen noch optional, teilweise sind Schätzungen möglich. 
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Emissionsquellen

In jedem Unternehmen gibt es eine Vielzahl möglicher Emissionsquellen. Dazu gehören unter anderem: 

Energieverbrauch

Rohmaterialien

Hilfsmaterialien

Transport von Waren

Verbrauchsgüter

Wasserverbrauch

Abfälle & Recycling

Auslieferung

Nutzungsphase und Entsorgung Produkte

Pendelverkehr

Lebensmittel-Verbrauch (bspw. Kantine oder Geschäftsessen)

Prozessemissionen

Entweichen von Treibhausgasen

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